Eigentlich ist im November und Dezember eher nicht viel los bei den Walkern. Die Natur begibt sich zur Ruhe und so geht es manchen Walkern auch, die bei Kälte, Regen und Dunkelheit ein warmes Plätzchen auf der Couch bevorzugen. Manchmal sind es auch gesundheitliche Probleme, die sich bemerkbar machen. Aber einige echte Fans kamen dennoch zum Hock in der „Chläbi“ und beschlossen noch einen zünftigen Jahresabschluss. Und langweilig sollte es da möglichst nicht zugehen!

Da hatte sich inzwischen schon eine größere Gruppe eingefunden, die genauso neugierig war wie wir. Inzwischen war es längst dunkel geworden. Alle wickelten sich in Mützen, dicke Schals und Handschuhe, denn hier war es unangenehm zugig und richtig kalt. Dann kam unser Führer mit wehendem Umhang und schief sitzendem Barrett, und, nachdem jeder seinen Obolus entrichtet hatte, konnte es losgehen. Über den Münsterplatz und die Kajo und am Weihnachtsmarkt vorbei kreuz und quer durch die Altstadt lief er mit seiner Hellebarde voran und wusste an jeder Ecke eine neue, gruselige Geschichte aus längst vergangenen Zeiten zu erzählen. Die verquickte er so manches Mal mit einem Kommentar auf die aktuelle Gegenwart, so dass uns nie langweilig wurde, und öde Geschichtszahlen interessant eingebunden waren in den Vortrag. Da war von Kaisern und Markgrafen die Rede, von ihren Frauen, von Seuchen, Kriegen und Soldaten und den Wächtern. Besonders beeindruckt hatte uns seine klare und markante Stimme, die den Rummel und Straßenlärm mit Leichtigkeit übertönte.
Im Nu waren eineinhalb Stunden vorbei und wir wurden am Münsterplatz entlassen und hatten gerade noch Zeit, einen edlen Winzer.-Glühwein am Weihnachtsmarkt zu schlürfen. Schon liefen wir zum Bahnhof zurück und nahmen den Zug in Richtung Weil, welches wir erst in den späten Abendstunden erreichten. Perfekt organisiert hat wie immer Sabine.
Jetzt ist der Alltag wieder da und die üblichen Trainingsstunden am Dienstag und am Freitag rufen. Wir warten auf das neue Jahr …







